Kleine Leseprobe aus meinem aktuellen Projekt

 

„Es hilft nichts. Ich muss dich wohl nach Hause ziehen.“ Zu allem entschlossen packte sie den Griff und zog den Korb mit beiden Händen über den verschneiten Boden. Der Korb an sich war ja schon schwer genug, doch das Ziehen über den verschneiten Boden erleichtere den Weg in keiner Weise. Da Naya nicht sehen konnte, was sich unter dem Schnee befand, übersah sie einen größeren Stein und stolperte rückwärts darüber. Lachend lag sie im Schnee und stieß die warme Luft aus. Vorsichtig rappelte sie sich auf und beschloss, eine kurze Pause zu machen. Sie setzte sich auf den Korb und band ihre langen Haare zu einem ordentlichen Zopf, da immer mehr Strähnen herausrutschten. Ihr Blick war zum Wald gerichtet. Immer wieder freute sie sich, dass die ausgeblasene Luft wie Nebel aussah. Naya hatte Spaß daran, ihre Lippen zu einem O zu formen, so wie es Fische taten, wenn sie kleine Blubberblasen im Wasser tanzen ließen. Doch mit einem Mal vergaß sie ihr Spielchen. Etwas hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Noch immer war ihr Blick auf den Wald gerichtet. Sie stand auf und ging still ein paar Schritte nach vorne.


Ein kleiner Textschnipsel aus Tessa 3 :) 


„Eine Stunde und sie beginnt jetzt!“ Luana war nicht davon abzubringen. Sie sah mich streng an und setzte sich unter einen Baum, welcher an einem der unteren Zweige ein Spinnennetz festhielt. In der Mitte des Netzes saß eine dicke Kreuzspinne. Bei ihrem Anblick lief es mir eiskalt den Rücken herab. Spinnen waren wirklich nicht meine Lieblingstiere. Alleine schon der Anblick ihrer haarigen Beine und der Art wie sie sich fortbewegen, oder gar ihre Nahrungsbeschaffung. Einmal sah ich einer Spinne dabei zu, wie sie eine Fliege, welche sich in ihrem Netz verheddert hatte, geschickt mit ihren zarten, klebrigen Fäden einwickelte. Das arme Fliegentier war seinem Gegner hilflos ausgeliefert. Umso mehr wunderte ich mich darüber, wie furchtlos Luana sich zu der Kreuzspinne gesellte. Sie schien sie sehr zu mögen und sprach mit diesem achtbeinigen Tier, wie mit einer Freundin.



Auszug aus einem aktuellen Projekt (15.Oktober 2017)

 

»Sag mir, was erscheint hier nicht sonderbar?«
»Wie meinst du das?« Alaya sah ihn skeptisch an, denn sie verstand nicht, was er damit sagen wollte.
»Hast du dich denn noch nie gefragt, wohin sie jede Nacht geht?« Salmon bedachte seine Schwester nur mit einem kurzen Blick und widmete sich dann wieder seiner Arbeit.
»Wohin sie geht? Salmon, von wem sprichst du? Ich glaube, dir steigt die Hitze allmählich zu Kopf und du solltest, was auch immer du da machst, lieber im Haus fortsetzen.«
»Eine Figur.«
»Eine Figur? Ich bitte dich Bruderherz, eine Figur kann nirgendwohin schleichen!« Genervt sah Salmon seine Schwester an.
»Hast du nichts Besseres zu tun, als mich von der Arbeit abzuhalten?«
»Jetzt sag mir doch einfach von wem du sprichst! Dann lasse ich dich in aller Ruhe deine Arbeit weiter machen!«
Salmon stand auf, packte all sein Werkzeug und das Stück Holz, aus welchem er versuchte eine Figur zu schnitzen, in seine Kiste und ließ Alaya stehen.
»Hey! Was soll das denn? Du kannst doch nicht einfach gehen und mich stehen lassen!«
»Du solltest wissen, dass ich nicht zu denen gehöre, die alles weiter tratschen!«
»Na toll! Ich bin deine Schwester und du schuldest mir eine Antwort!« Doch Salmon ging davon und schwieg.


Auszug aus Tessa und die Zeitenwandlerin (August 2017)

 

„Das ist sie!“
„Bist du ganz sicher?!
„Ja, diese zarten Züge ihrer Wangenknochen würde ich unter tausenden wieder erkennen.“
„Aber wer ist die Fremde bei ihr?“
„Die kenne ich nicht, aber vermutlich eine Weggefährtin.“
„Schau sie dir doch einmal an, wie sie aussieht. Das zerzauste schwarze Haar und wie sie riecht!“ 
„Lass das! Komm weg von ihr!“
„Ich kann das Symbol nicht sehen! Was ist, wenn sie kein Anhänger Jaroslaws ist?“ Die beiden Stimmen verstummten für einen Moment. Verkrampft blieb ich liegen und zwang mich, ruhig zu bleiben.